2010 Recap – Social Media Prognosen auf dem Prüfstand

von elcario am 22. Dezember 2010

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Das Jahr 2010 liegt in den letzten Zügen, da wird es auch für mich Zeit meine Social Media Vorhersagen von letztem Jahr auf den Prüfstand zu stellen und auch etwas auf 2011 vorauszublicken. Deshalb wird es zwei Beiträge zum Jahresende geben. Im nun folgenden, ersten Teil blicke ich auf 2010 zurück.

2010 Recap – Social Media Prognosen auf dem Prüfstand

Ende letzten Jahres publizierte ich meine 10 SMO Trends für 2010, die ich nun gerne rekapituliere. Folgende Punkte hatte ich auf der Liste:

1. Count-Buttons Everywhere

Ich war der Überzeugung, dass heute auch auf vielen großen Webseiten die Buttons von Facebook und Twitter eingebunden sind. Dies hat sich leider nur zum Teil erfüllt, denn der kurze Zeit später eingeführte Like-Button löste den bis dahin gebräuchlichen Share-Button schnell ab und ist heute eine etablierte Funktion auf vielen großen Webseiten. Selbst Xing veröffentlichte einen Share-Button, der mir aber nur äußerst selten begegnet. Meine Vorhersage hat sich somit nur teilweise erfüllt.

2. Branded-Social Network Games

Solche firmenfinanzierten Spiele sind mir auch 2010 noch nicht begegnet. Da ich aber auch eher nicht in den Spielwelten Facebooks aktiv bin, bin ich für Hinweise in diese Richtung sehr dankbar. Unter dem Strich bleibt aber eine unerfüllte Vorhersage stehen.

3. Facebooks Apps werden Teil einer Strategie

Auch hier gilt dasselbe, was ich auch schon bei 2. festgestellt habe: Ich kann die Vorhersage leider nicht so recht überprüfen, da mir schlicht die Beispiele fehlen. Auf der anderen Seite hätte ich aber sicher etwas mitbekommen, wenn es große Apps von Konzernen gegeben hätte. Viel mehr sind Fanpages zum Teil einer Strategie geworden, die auch weiter an Bedeutung gewinnen. Insgesamt wurde die These jedoch nicht belegt.

4. StudiVZ

Nicht wirklich weit habe ich mich bei meiner Vorhersage zu StudiVZ aus dem Fenster gelehnt. Heute sind die Berliner Netzwerke im Social Media Zirkus fast komplett unbedeutend, die Zugriffszahlen und PIs sind im Sinkflug, Facebook bei den Nutzerzahlen längst vorbeigezogen. Eine Entwicklung, die 2009 schon mehr als absehbar war, aber in diesem Maße dann doch überrascht.

5. Facebook und Twitter ersetzen Open-ID

Diese Vorhersage ist zwar nicht 100%ig erfüllt worden, denn Open-ID gibt es schließlich noch immer, doch offensichtlich haben sich Twitter und Facebook als Identifizierungsmechanismen bei einer breiten Anzahl Webseiten durchgesetzt und sind in der Bloggosphäre nicht mehr wegzudenken.

6. Messgrößen bleiben die alten

Seit Jahr und Tag diskutieren die Social Media Evangelisten über des Deutschen liebstes Kind: Messgrößen. Und auch wenn im vergangen Jahr wieder einige interessante Artikel zum Social Media KPI entstanden sind: Wir messen noch immer in PIs, Visits und Unique User. So sind beispielsweise die Impressions von Nachrichten einer Facebook-Fanpage noch immer die wichtigste KPI zur Reichweitenermittlung, welche uns gnädigerweise über die neuen Facebook Insights zur Verfügung gestellt werden.

7. Personae bekommen mehr Leben

Dieser Punkt ist wirklich eingetroffen, denn SMO ist als Reichweitenwerkzeug nicht mehr wegzudenken. So sind meine Personae wesentlich aktiver und realer geworden: Sie facebooken und twittern, sie berichten von Liebe, Herzschmerz und Freizeit, sie kommentieren und posten, vernetzten sich weiter mit realen Menschen. Auch wenn dies viel Arbeit bedeutet, so ist ein echter Habitus das halbe Leben eines Fakeaccounts und wird durch viele Klicks belohnt.

8. SMO auch auf Mobile Pages

Auch wenn die Smartphonenutzung steigt, ist SMO auf mobilen Seiten noch immer umständlich und funktioniert nur auf wenigen WordPress-Blogs durch tolle Templates wirklich. Dieser Punkt ist ganz klar nicht eingetroffen und braucht vielleicht noch etwas mehr Zeit.

9. Twitter – Ein Opfer der Gartner-Hype-Kurve

Eigentlich keine Voraussage im klassischen Sinne, denn es war schon Ende 2009 um den Microbogging-Dienst deutlich ruhiger geworden. 2010 konnten dann kaum noch Sensationsmeldungen rund um Twitter verbreitet werden, es ist einfach nicht mehr neu und mittlerweile ein alltäglicher Kanal, besonders in der Medienlandschaft. Twitter ist also aus dem Hypeloch heraus auf dem Weg, ein echtes, vollständig etabliertes Kommunikationsinstrument zu werden, das sicher nicht von Jedermann genutzt wird, aber trotzdem Jedermann bekannt ist.

10. Ein Wort zu WKW

Ich muss sagen, dass das Kölner Netzwerk mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Auch wenn sich technisch kaum etwas verändert hat und die Nutzerzahlen stagnieren, ist es dort möglich Nutzergruppen zu erreichen, die ich weder auf Twitter, noch StudiVZ oder Facebook erreichen könnten. Einige kleinere Aktionen haben aber gezeigt, dass es wegen der teilweisen Limitierung der Funktionen gar nicht so einfach ist Inhalte zu „seeden“. Selbstverständlich braucht man auch hier gute Incentives, sind diese da, steht dem Traffic/Link-Bait nichts im Wege.

Fazit
Insgesamt lag ich mit meinen Prognosen nicht ganz verkehrt, habe aber auch relativ wenig riskiert. In den Tagen nach dem Weihnachtsfest werden die Social Media Prognosen für 2011 publiziert und ich bin jetzt schon sehr gespannt, in welche Richtung der Trend geht.

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Über den Autor: Sebastian Cario

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