Der heutige Beitrag steht wieder ganz im Zeichen des Webmaster-Friday und dem Thema Geld verdienen beim Bloggen, mit Blogs und über Blogs. Auch ich habe mir darüber Gedanken gemacht und bin diese Woche zu folgender Einsicht gekommen:
Keine Werbung bei elcario.de
Mein Blog bleibt* werbefrei, denn was mir mein Blog bringt, ist mit Geld nicht aufzuwiegen: Mein Blog führt mich zur Selbstreflexion von Themen und Gedanken, er bringt mich in Austausch mit anderen, er hilft mir fachlich und fördert meine berufliche und wissenschaftliche Reputation. Wer soll das bezahlen? Auf der anderen Seite ist ein werbefreier Blog auch eine Art Luxus, die man sich auch leisten können muss, denn mit ein paar guten Werbeplätzen und dem einen oder anderen bezahlten Artikel ließe sich sicher ein schöner monatlicher Betrag verdienen. In meinen Augen ist ein werbefreier Blog auch immer eine Message: Schaut her, ich blogge nicht des Geldes wegen!
Anders verhält es sich bei Leuten wie Sascha Pallenberg oder dem Team von Spreeblick, die entweder ganz oder zum Teil von den Einnahmen leben müssen, da der Blog ihr Job ist und ein paar lausige Pesos (siehe Bild) nicht reichen. Sascha möge es mir verzeihen, aber auch wenn er einen Blog betreibt ist er für mich in erster Linie ein Unternehmer, der im Online-Business Fuß gefasst hat, aber kein Blogger. Auch wenn das Format seiner Präsentation ein Blog ist, das Ziel bleibt der Verkauf von Netbooks. (Siehe Kommentar von Sascha). Das Team von Spreeblick verdient durch die mediale Bekanntheit vermittelte Beratungsprojekte. Das ist Ok, denn das ist ihr Job.
Das Kernproblem: Blog ≠ Blog
Was die Blogosphäre so spannend macht, ist die Freiheit der Publikation und die dadurch entstehende Vielfalt. Es gibt Warblogs, Watchblogs, Infoblogs, Tagebücher, Produktblogs, Hobbyblogs, Eventblogs, Zeitungsblogs und wenn man genau guckt, findet man sich noch den einen oder anderen Typen, der noch nicht genannt wurde. Blogs werden zum Großteil von Privatpersonen, aber auch Institutionen, Firmen und sogar Redaktionen betrieben. Genauso vielfältig sind die Ziele der Blogs, die Leserschaft, die Ideale und Quellen. Ja, ich möchte behaupten: Blogs sind wie Shrimps, es gibt sie in jeder Variation. (Referenz) Und genau deshalb, gibt es nicht die eine Monetarisierungsstrategie. Ich habe, wie oben beschrieben, meinen Weg gefunden und möchte niemandem vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat.
Flattr: Ein neuer Weg der Monetarisierung
Um Blogs zu monetarisieren gibt es bisher nur die Modelle Werbung (Banner, Contextual-Ads), Affiliate (Links auf Produkte und Dienstleistungen über Partnerprogramm) und verkaufte Artikel (z.B. Trigami). Die einzige Alternative dazu sind Spendenaufrufe. Seit einigen Wochen umtreibt die Blogosphäre ein Phänomen namens Flattr, ein Micropayment-Dienst, der per Click einen Kleinstbetrag an den Seitenbetreiber spendet. Natürlich ist die Idee hinter Flattr nicht gänzlich neu, aber es scheint so, dass die Zeit endlich für den flächendeckenden Einsatz in der Blogosphäre reif ist. Wie Flattr genau funktioniert seht Euch bitte in diesem Video an oder studiert eine der zahlreichen Erklärungen im Netz.
Ich habe, dank eines Beta-Invites von Thorsten Zoerner nun auch Flattr eingebaut, aber nicht um dadurch Geld zu verdienen, sondern um die Idee zu unterstützen! Sollte denn tatsächlich ein Flattr-User mal auf einen meiner Buttons am Ende der Artikel klicken, freue ich mich über die entgegengebrachte Wertschätzung. Ich begrüße es, dass es nun die Möglichkeit gibt, sich mit kleinen Beträgen erkenntlich zu zeigen und mache selbst häufig davon Gebrauch. Wahrscheinlich ist, dass Flattr zu einer kleinen Umverteilung der Gelder innerhalb der Blogosphäre führt und kaum jemand echt davon profitieren kann, da die Nutzer da draußen in nächster Zeit wohl nicht erreicht werden. Aber ich habe Hoffnung, schon bald den exzellenten Sportteil der Onlineausgabe der Süddeutschen, den UniSpiegel oder die Huffington Post mit ein paar Cent belohnen zu können. Wenn sich diesen Gedanken noch mehr Menschen zu eigen machen würden, wäre das Internet ein besserer Ort.
* Kann in Einzelfällen Spuren von Affiliate-Links zu Amazon enthalten.
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Über den Autor: Sebastian Cario








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