Blogs monetarisieren mit Flattr: Micropayment statt Werbung

von elcario am 21. Mai 2010

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Der heutige Beitrag steht wieder ganz im Zeichen des Webmaster-Friday und dem Thema Geld verdienen beim Bloggen, mit Blogs und über Blogs. Auch ich habe mir darüber Gedanken gemacht und bin diese Woche zu folgender Einsicht gekommen:

Keine Werbung bei elcario.de

Mein Blog bleibt* werbefrei, denn was mir mein Blog bringt, ist mit Geld nicht aufzuwiegen: Mein Blog führt mich zur Selbstreflexion von Themen und Gedanken, er bringt mich in Austausch mit anderen, er hilft mir fachlich und fördert meine berufliche und wissenschaftliche Reputation. Wer soll das bezahlen? Auf der anderen Seite ist ein werbefreier Blog auch eine Art Luxus, die man sich auch leisten können muss, denn mit ein paar guten Werbeplätzen und dem einen oder anderen bezahlten Artikel ließe sich sicher ein schöner monatlicher Betrag verdienen. In meinen Augen ist ein werbefreier Blog auch immer eine Message: Schaut her, ich blogge nicht des Geldes wegen!

pesos Blogs monetarisieren mit Flattr: Micropayment statt Werbung

Anders verhält es sich bei Leuten wie Sascha Pallenberg oder dem Team von Spreeblick, die entweder ganz oder zum Teil von den Einnahmen leben müssen, da der Blog ihr Job ist und ein paar lausige Pesos (siehe Bild) nicht reichen. Sascha möge es mir verzeihen, aber auch wenn er einen Blog betreibt ist er für mich in erster Linie ein Unternehmer, der im Online-Business Fuß gefasst hat, aber kein Blogger. Auch wenn das Format seiner Präsentation ein Blog ist, das Ziel bleibt der Verkauf von Netbooks. (Siehe Kommentar von Sascha). Das Team von Spreeblick verdient durch die mediale Bekanntheit vermittelte Beratungsprojekte. Das ist Ok, denn das ist ihr Job.

Das Kernproblem: Blog ≠ Blog

Was die Blogosphäre so spannend macht, ist die Freiheit der Publikation und die dadurch entstehende Vielfalt. Es gibt Warblogs, Watchblogs, Infoblogs, Tagebücher, Produktblogs, Hobbyblogs, Eventblogs, Zeitungsblogs und wenn man genau guckt, findet man sich noch den einen oder anderen Typen, der noch nicht genannt wurde. Blogs werden zum Großteil von Privatpersonen, aber auch Institutionen, Firmen und sogar Redaktionen betrieben. Genauso vielfältig sind die Ziele der Blogs, die Leserschaft, die Ideale und Quellen. Ja, ich möchte behaupten: Blogs sind wie Shrimps, es gibt sie in jeder Variation. (Referenz) Und genau deshalb, gibt es nicht die eine Monetarisierungsstrategie. Ich habe, wie oben beschrieben, meinen Weg gefunden und möchte niemandem vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat.

Flattr: Ein neuer Weg der Monetarisierung

Um Blogs zu monetarisieren gibt es bisher nur die Modelle Werbung (Banner, Contextual-Ads), Affiliate (Links auf Produkte und Dienstleistungen über Partnerprogramm) und verkaufte Artikel (z.B. Trigami). Die einzige Alternative dazu sind Spendenaufrufe. Seit einigen Wochen umtreibt die Blogosphäre ein Phänomen namens Flattr, ein Micropayment-Dienst, der per Click einen Kleinstbetrag an den Seitenbetreiber spendet. Natürlich ist die Idee hinter Flattr nicht gänzlich neu, aber es scheint so, dass die Zeit endlich für den flächendeckenden Einsatz in der Blogosphäre reif ist. Wie Flattr genau funktioniert seht Euch bitte in diesem Video an oder studiert eine der zahlreichen Erklärungen im Netz.

Ich habe, dank eines Beta-Invites von Thorsten Zoerner nun auch Flattr eingebaut, aber nicht um dadurch Geld zu verdienen, sondern um die Idee zu unterstützen! Sollte denn tatsächlich ein Flattr-User mal auf einen meiner Buttons am Ende der Artikel klicken, freue ich mich über die entgegengebrachte Wertschätzung. Ich begrüße es, dass es nun die Möglichkeit gibt, sich mit kleinen Beträgen erkenntlich zu zeigen und mache selbst häufig davon Gebrauch. Wahrscheinlich ist, dass Flattr zu einer kleinen Umverteilung der Gelder innerhalb der Blogosphäre führt und kaum jemand echt davon profitieren kann, da die Nutzer da draußen in nächster Zeit wohl nicht erreicht werden. Aber ich habe Hoffnung, schon bald den exzellenten Sportteil der Onlineausgabe der Süddeutschen, den UniSpiegel oder die Huffington Post mit ein paar Cent belohnen zu können. Wenn sich diesen Gedanken noch mehr Menschen zu eigen machen würden, wäre das Internet ein besserer Ort.

* Kann in Einzelfällen Spuren von Affiliate-Links zu Amazon enthalten.

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  • http://twitter.com/webSimon webSimon

    Super geschrieben. Du hast es geschafft deine Meinung so zu verpacken, dass es richtig Spaß gemacht hat sie zu erfahren. Schöne Abwechslung zu der oft vorherrschenden – nennen wir es mal – Idealistenpolemik.

  • http://www.elcario.de elcario

    Danke, solch ein Lob liest man ja immer gern. :-)

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  • http://www.netbooknews.de Sascha Pallenberg

    Spaet aber dennoch entdeckt. Ich bin Blogger und kein Netbook-Haendler. Affiliate-Verkaufe machen nur etwa 10% der Einnahmen aus und waere dies der Zweck meines Blogs, waere ich ziemlich schnell finanziell am Ende. Wuerde ich Hardware verkaufen wollen, kaeme meine Netbook-Shop.com Domain an den Start.
    Netbooknews veroeffentlicht mehr exklusive Artikel, mehr Leaks, mehr Event-Berichte und vor allen Dingen mehr persoenliche Kommentare als jedes weitere deutsche Hardware-Blog. Deiner Definition nach waere jeder Techblogger ein Verkaeufer.
    Ich verkaufe mein Wissen, mehr auch nicht.

  • http://www.elcario.de elcario

    Hallo Sascha,

    vielen Dank für den ergänzenden Kommentar, da war ich mit meiner Aussage wohl auf dem Holzweg.

    Gruß
    Sebastian

  • http://www.trading-fachwissen.de Jan (Trading Guru)

    Das mit flattr ist zwar schön und gut, aber die Leute “Spenden” ja so gesehen immer noch! Und genau darin steckt leider immer noch das Problem in der sache!
    Im Grunde ist es das Gleiche wie der “Spenden-Button” von Paypal! Nur eben besser verpackt und ansprechender gemacht!
    Nun ja…. wird sich zeigen, ob man damit wirklich “Geld verdienen” kann!
    Ich denke eher weniger, da man ja für einen Adsense Klick 5Cent, 1 Euro und wer sich auskennt noch mehr bekommt, aber ich denke, bis man das durch klicks von Lesern bekommt, muss noch viel Zeit vergehen!!!
    Trotzdem interessant zu lesen… man muss ja wissen was Sache ist… und vielleicht kommt ja irgendwann die optimierte Version ;-)

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