Oft gibt es Videos im Netz – gemeinhin auch Virals genannt – bei denen man sich fragt, wie ein Mensch so verrückt, wahnsinnig, durchgeknallt, ja einfach außergewöhnlich sein kann und dann noch den Mut aufbringt dies alles in Netz zu stellen. Mit einem kleinen Budget ausgestattet ist es ein leichtes diesen zukünftigen Webstar dann für die eigene Seite zu gewinnen und vielleicht die eine oder andere Aktion in Kooperation zu gestalten. Virale Spots die ohne Branding schon funktionierten (z.B. in den USA), funktionieren meist auch mit Branding. Es sollte aber thematisch passen!
Das Produkt im Fokus
Besonders erfolgreich hat dies bereits Jimdo (Homepage-Baukasten für Jedermann) vorgemacht, die Roland Suckow (alias Webmaster-4you) gewinnen konnten. Dieser Empfahl einfach am Ende seines Videos Jimdo, anstatt auf seine eigenen Dienstleistungen zu verweisen. Roland Suckows legendäre Flash-Videos und Animationen waren zwar einigen auch schon vor dem Jimdo-Linkbait bekannt, aber erreichten sicher nicht diesen großen Rezipientenkreis. Jimdo hat die Aktion vor allem über Twitter durchgeführt und dabei das vorrangige Ziel verfolgt Interesse am Produkt Jimdo zu entwickeln. Dazu wurden auch ein paar Freunde aktiviert und so durch Retweets die Reichweite erheblich erhört. Auch Facebook und weitere Kanäle wurden zeitgleich bedient, wobei hier vorrangig die Mitarbeiter tätig wurden.
Backlinks nur Beiwerk
Ganz Nebenbei erhielt www.webmaster-4you.de Backlinks aus 180 uniqe Domains, was für einen Linkbait in Deutschland ein ganz beachtlicher Wert ist. Sogar Spiegel-Online sah sich genötigt dem Webmaster4you die Ehre zu erweisen. Dumm nur, dass die Seite 100% Flash ist und fast gar nicht in den Google-SERP auftaucht. Schöner wäre es gewesen, wenn Jimdo per Canonical-Tag auf die eigene Website verwiesen hätte*, ein gutes Ranking zum Keyword Webmaster wäre wohl drin gewesen. Hauptaugenmerk lag sicher auf dem angefallenen Traffic, der lt. Alexa ganz beachtlich war. Wie in der Grafik gut zu sehen ist, erzeugt der Linkbait noch immer Nachwehen und zog mehrfach Kreise (Informationszyklus) durch das Web. Genaue Zahlen zur Reichweite aus den Social Networks wären zwar interessant gewesen, ließen sich aber leider nicht ermitteln.
Lessons Learned
Auch wenn es sich hier nicht um einen Linkbait im klassischen Sinne handelte und Jimdo voranging andere Ziele verfolgte, kann man etwas über die Durchführung und Planung lernen:
- Es gibt durchaus noch innovative Ideen, um an das Thema Viralspot/Linkbait heranzugehen.
- Direktes Ansprechen von Freunden/Superspreadern, um die Kampagne über Twitter zu unterstützen
- Gute Vorbereitung und Planung ist noch immer das A und O
- Gute Linkbaits durchlaufen mehrere Informationszyklen
Insgesamt kann Jimdo wohl sehr zufrieden mit der Aktion sein und feierte den eigenen Erfolg auch noch mit dem Besuch von Roland Suckow im Jimdo-HQ in Hamburg. Von der Idee bis zur Umsetzung ist diese Aktion zu einem Lehrstück für das deutschsprachige Webmarketing geworden.
* Die Möglichkeit des Cross-Domain-Supports des Canonical-Tags bestand zum fraglichen Zeitpunkt nicht und kommt erst Ende des Jahres.
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Über den Autor: Sebastian Cario+







