Interview mit Facebook-Mitarbeiterin über Masterpasswörter, Datenschutz und Hyper-PHP

von elcario am 12. Januar 2010

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facebook logo 150x150 Interview mit Facebook Mitarbeiterin über Masterpasswörter, Datenschutz und Hyper PHP Die Webseite The Rumpus hat ein sehr interessantes Interview mit einer (anonymisierten) Mitarbeiterin von Facebook geführt. Hier ist die deutsche Übersetzung nach bestem Wissen und Gewissen:

The Rumpus: Auf euren Servern, speichert ihr da alles, was jemals in Facebook eingegeben wurde? Egal, ob es gelöscht wurde oder nicht?

Facebook Mitarbeiterin: Das ist im Kern richtig, ja. Der einzige Grund das zu ändern wären Performanceprobleme. Immer wenn du auf Facebook etwas machst, speichern wir das, ob du nun ein Foto hochlädst, dir ein Profil anschaust, deinen Status oder deine Profilinformationen veränderst…

Rumpus: Wenn Du sagst “ein Profil anschaust”, meinst du damit die gesamte Besucherhistorie?

Mitarbeiterin: Genau. Was glaubst du denn, wie wir sonst wissen könnten, wer dein bester Freund auf Facebook ist? Aber das ist ja auch kein Geheimnis, wir haben mehrfach öffentlich gesagt, dass wir diese Daten sammeln. Wenn du zum Beispiele die Suche benutzt und „A“ oder einen anderen Buchstaben drückst, erscheint eine Vorschlagsliste mit deinen besten Freunden. Diese ist nicht alphabetisch sortiert, sondern schlägt dir die Freunde vor, mit denen du am ehesten interagierst. Also deine besten Freunde, oder zumindest die, von denen wir denken, dass sie deine besten Freunde sind.

Rumpus: In anderen Worten die Person, die ich am ehesten stalke?

Mitarbeiterin: Nein, es ist weit mehr als das. Auch Nachrichten, Links, Fotos, in denen du markiert bist und natürlich die Profilaufrufe, all das fließt auch mit ein. Im Wesentlichen urteilen wir darüber, wie gut ihr miteinander befreundet seid.

Rumpus: Wann hat Facebook das denn eingeführt?

Mitarbeiterin: Das ist noch gar nicht so lange her, irgendwann in den letzten drei Monaten. Aber darüber hinaus sammeln wir Schnappschüsse, was nichts anderes als Abbilder der gesamten Serverdaten sind. Das machen wir stündlich, jeden Tag, jede Woche und jeden Monat.

Rumpus: Also kann ich Facebook komplett zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachten?

Mitarbeiterin: Es geht um viel mehr als nur die Betrachtung, es sind ja auch sämtliche Daten hinter den Seiten. Wenn wir zum Beispiel deine Fotos speichern, behalten wir nicht nur das Original. Wir erstellen sechs verschiedene Versionen und laden diese dann alle hoch.

Rumpus: Und der Unterschied liegt in der Größe, dem Bildausschnitt…

Mitarbeiterin: Richtig. Unterschiedliche Größen für den Nachrichtenverlauf, das Profilbild…

Rumpus: Und das liegt alles auf den Servern in deinem Büro?

Mitarbeiterin: Nein nein, natürlich nicht in unseren Büros. Wir haben Datencenter auf dem gesamten Globus. Eines ist in Santa Clara, eins in San Francisco, eins in New York und eins in London. Und in jedem dieser Center stehen durchschnittlich 5000 bis 8000 Server und im Grunde genommen sind überall dieselben Daten gespeichert.

Rumpus: Und wie viele Nutzer könnt ihr aktuell verzeichnen?

Mitarbeiterin: Auf die man öffentlich zugreifen kann? Etwa 200 bis 220 Millionen.

Rumpus: Und in Wirklichkeit?

Mitarbeiter: Nun, das sind ja nur die aktiven Nutzer. Alle zusammen, zuzüglich der toten Konten, Fakes usw. sind wir bei über 300 Millionen Nutzern. Die 200 bis 220 Millionen haben sich innerhalb der letzten 30 Tage eingeloggt und waren auf Facebook aktiv.

Rumpus: Du sagtest, dass Facebook die Strategie sämtliche Informationen zu speichern ändern wird?

Mitarbeiterin: Nein. Diese Strategie wird niemals aufgegeben werden, wir werden auch weiterhin alles sammeln. Was ich damit meinte: Wenn wir überhaupt anfangen etwas zu ändern, dann werden wir sicher bei den Fotos beginnen. Immerhin haben wir die größte Fotodatenbank der Welt.

Rumpus: Ernsthaft?

Mitarbeiterin: Ich habe keine genauen Daten im Kopf, aber ich möchte behaupten, dass wir mehr als eine Billion (1.000.000.000.000) Fotos
haben, und dann erinnere Dich an die jeweils sechs Kopien. Das ist der Inbegriff der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Immerhin müssen wir eine Webseite in einer halben Sekunde laden und ganz plötzlich – denk an den Newsfeed – mehrere tausend Bilder finden. Das ist echt keine leichte Aufgabe.

Rumpus: Du hattest einmal ein Masterpasswort erwähnt, welches du nun nicht mehr nutzt.

Mitarbeiterin: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wann das Masterpasswort abgeschafft wurde, aber wir hatten eines, mit dem man sich mit jeder User-ID einloggen konnte. Ich kann Dir natürlich nicht das genaue Passwort verraten, aber mit Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen, Zahlen und so weiter, wurde es etwa „Chuck Norris“ geschrieben. Das war wirklich faszinierend!

Rumpus: Und das konnte jeder Facebook-Mitarbeiter nutzen?

Mitarbeiterin: Technisch gesehen schon. Aber es war schon auf die ursprünglichen Entwickler beschränkt – das waren auch die Einzigen, die von der Existenz wussten. Aus anderen Bereichen, wie zum Beispiel HR, hat sich niemand damit in fremde Profile eingeloggt. Das Masterpasswort wurde aus technischen Gründen geschaffen. Aber es gab es und jeder Mitarbeiter hätte es finden können, wenn er gewusst hätte, wo er suchen muss.
Ich muss aber noch hinzufügen, dass dieses Masterpasswort natürlich auch nur intern funktionierte. Also von einer Schule oder Bibliothek hatte man keinen Zugriff, man musste über unseren Zugang im Facebook-Büro online sein.

Rumpus: Glaubst du, dass Facebook-Mitarbeiter jemals das Privileg des allumfassenden Zugangs missbraucht haben?

Mitarbeiterin: Ich weiß, dass das in der Vergangenheit passierte, denn mindestens zwei Leute wurden deshalb gefeuert.

Rumpus: Was genau haben sie getan?

Mitarbeiterin: Bei einem weiß ich, dass er in einem fremden Profil persönliche Daten manipuliert hat, wechselte die religiösen Ansichten oder so etwas. Ich weiß nicht ganz genau, was es war, aber er wurde erwischt und gefeuert.

Rumpus: Hast du dich jemals in einen fremden Account eingeloggt?

Mitarbeiterin: Ja, das habe ich aus technischen Gründen.

Rumpus: Und jemals außerhalb von beruflichen Gründen?

Mitarbeiterin: Ich muss gestehen: als ich hier neu war, ja! Ich hab es benutzt um Profile anzuschauen, auf die ich mit meinem eigenen Account keinen Zugriff hatte. Ich habe aber niemals irgendwelche Daten verändert. Wie auch immer, ich habe das Recht andere Profile zu durchstöbern anfänglich missbraucht.

Rumpus: Was ist mit den Privatnachrichten?

Mitarbeiterin: Nein, das nie, ich habe nur einen Blick auf das Profil geworfen.

Rumpus: Würdest du davon ausgehen, dass Facebook-Mitarbeiter die Privatnachrichten der Nutzer lesen?

Mitarbeiterin: Also die Sache ist – und ich weiß nicht, wie viel du darüber weißt – alles ist in einer Datenbank im Backend gespeichert. Buchstäblich alles. Deine Nachrichten, egal ob gelöscht oder nicht, sind in unserer Datenbank. Ich kann also einfach eine Datenbankabfrage starten und mir alles ansehen, ohne mich in deinen Account einzuloggen. Das ist der Punkt, den die meisten Leute nicht verstehen.

Rumpus: Also ist dieses Masterpasswort schnurzpiepegal!?

Mitarbeiterin: Japp.

Rumpus: Es ging also nur um die Art des Zugriffs.

Mitarbeiterin: Richtig. Aber es wird ja auch nicht mehr genutzt. Wie ich bereits erwähnte, haben wir es kürzlich abgeschafft, aber durch ein richtig cooles Tool ersetzt. Wenn ich jetzt also dein Profil besuche, von unserem eigenen Netzwerk aus wohlgemerkt, dann habe ich ein „Switch Login“-Button. Diesen klicke ich dann einfach an und gebe kurz zu Protokoll, warum ich du sein will. Dann klicke ich „Ok“ und schon bin ich du. Das kann man solange machen, wie man eine vernünftige Begründung dafür hat. Wenn ich zum Beispiel einen gemeldeten Account überwache, muss ich dazu in der Lage sein mich in diesen einzuloggen.

Rumpus: Und deine Chefs kontrollieren auch jedes Mal, wenn du dich als jemand anderes eingeloggt hast?

Mitarbeiterin: Nein das nicht, aber wenn Du gefragt wirst, solltest du besser eine plausible Erklärung haben, oder du wirst gefeuert.

Rumpus: Ach, ich hätte gedacht sie nehmen Datenschutz…

Mitarbeiterin: Sehr ernst! Ich erzähle hier keinen Quark.

Rumpus: Es wurde mit Chris Kelly extra ein Chief Officer dafür eingestellt, richtig?

Mitarbeiterin: Chief Privacy Officer (leitender Datenschutzbeauftragter) Chris Kelly, richtig. Er stellt sich gerade auch zur Wahl als Justizminister für Kalifornien.

Rumpus: Wird Datenschutzbeauftragter eine neue Standardposition bei den Webunternehmen des Silicon Valley?

Mitarbeiterin: Ich denke es wird mehr und mehr zu einer Standardposition, gerade mit dem Web2.0 oder Web3.0, bei dem die Geschäftsmodelle auf dem Sammeln von jeder verfügbaren Information beruhen. Irgendjemand muss da sein und aufpassen, dass es noch so etwas wie Datenschutz gibt, oder zumindest so viel, wie wir herstellen können.

Rumpus: Nun ja, Facebook war in diesem Bereich wahrscheinlich ein großer Trendsetter, richtig?

Mitarbeiterin: Meiner Meinung nach haben wir dem Nutzer schon immer die wichtigsten Elemente in Sachen Privatsphäre geboten. Es gibt keine Seite, die dem Nutzer mehr Einstellungsmöglichkeiten gibt.

Rumpus: Gut, aber was sagst du zu den letzten beiden Geschichten, Facebook Beacon und die “Terms of Service“-Diskussion?

Mitarbeiterin: Es ist schwer einzuschätzen, wie die Nutzer auf neue Dinge reagieren. Wir sind in Sachen Beta-Testsystem einfach noch nicht gut genug. Wenn eine Gruppe von 20 Entwicklern an einem Projekt arbeitet, dann halten sie es für das tollste und einwandfreiste Feature der Welt und bauen es sofort. , Der Projektmanager nickt die Sache nur noch ab. Ursprünglich ging es sofort live, wenn das der Fall war. Mochten die User das neue Feature aber nicht, wurde es einfach wieder zurückgenommen. Das war eben unsere Strategie: „Trial and Error“. Heutzutage fangen wir erst mit psychologischen Analysen an, lassen dann…

Rumpus: Ernsthaft?

Mitarbeiterin: Ja logisch, ist das so überraschend? Wir nutzen “eye-tracking” um zu erfassen, wohin die Augen sehen, wenn du auf Facebook surfst.

Rumpus: Erkläre “eye-tracking” mal bitte genauer.

Mitarbeiterin: Also wenn wir neue Features einführen wollen, so zum Beispiel als wir die Fotoalben modernisiert haben. Du weißt, wo man „next“ oberhalb der Bilder klicken kann und die Seite bleibt dieselbe, nur das nächste Bild wird geladen? Wir haben das vorher getestet und herausgefunden, dass die Aufrufe um 77% gestiegen sind, hauptsächlich da wir die Ladezeit um 77% verkürzt haben. Wir machen die Seite einfach schneller und erhöhen die Clicks-pro-Minute, denn da liegt ja unser Interesse.

Rumpus: Welches Nutzerverhalten wird denn noch so mitgespeichert, ohne dass es offensichtlich für den User ist?

Mitarbeiterin: Wir speichern alles. Jeder Bildaufruf, jede Person mit der du in Verbindung gebracht wirst, jeden Eintrag den du schreibst.

Rumpus: Vielleicht weißt du es schon, aber vielleicht auch nicht: Es gibt ein Paradoxon mit der Internationalisierung in der Webindustrie. Alle Unternehmen wollen die gesamte Welt als Markt erschließen und gehen dabei in Länder, die noch gar keine oder eine schlechte Infrastruktur haben, so zum Beispiel die Länder der Dritten Welt. Also müssen die Unternehmen nicht nur den Service, sondern auch die Infrastruktur bereitstellen. Dabei liefern diese Länder gar kein (oder nur sehr wenig) Umsatz.

Mitarbeiterin: Ich weiß leider noch nicht alles über diese Thematik, aber lass mich eins dazu sagen: Es ist ganz sicher, dass wir mit der Expansion weiter voran schreiten. Nimm doch den Iran. Klar, der Iran ist kein Dritte-Welt-Land, aber als die Wahlen stattfanden und die Proteste begannen, wurde Facebook zu einem Ort, um sich über ihre Zweifel und Unzufriedenheit auszutauschen und sich zu organisieren. Innerhalb von 36 Stunden wurde die komplette Seite öffentlich in Farsi übersetzt. Das war erst unsere zweite, seitenverkehrte Sprache und nach wie vor eine riesige Herausforderung. Die Seite wurde buchstäblich einmal komplett gespiegelt. Die Tatsache, dass wir das in 36 Stunden geschafft haben – dafür wurden 20 schrullige Übersetzer angeheuert und die Entwickler arbeiteten rund um die Uhr – ist immer noch einfach phänomenal. Nach dem Farsi-Release hatten wir mindestens dreimal so viele Neuregistrierungen pro Tag als noch zuvor. Und wir wachsen weiter!
Uns ist es nach wie vor ernst mit der internationalen Reichweite. Und das Tolle ist, dass wir schon jetzt gigantische Marktanteile in weiten Teilen Europas, Australiens, Mexico, den USA und Kanada haben. Und das sind genau die Zonen, in denen 99,9% des gesamten Umsatzes gemacht wird, zumindest auf die nächsten fünf oder zehn Jahre gesehen. De facto steigen wir in diese fremden Märkte einfach nur deshalb ein damit sich Familien und Freunde online vernetzen können. Und das ist ja letztendlich das ultimative Ziel.

Rumpus: Was war das Abgefahrenste, was du je auf Facebook gesehen hast?

Mitarbeiterin: Hmm, das unheimlichste was ich je gesehen habe, passierte als ich mich in einen fremden Account einloggen musste, um gemeldete Aktionen zu verfolgen. Dieser Typ jedenfalls sendete einer Schulfreundin eine sehr, sehr schaurige Nachricht über den Namen Caitlin – das war ihr Name – und das „Kacken“. Es war wirklich das Abgefahrenste, was ich je gesehen habe: Eine zweiseitige Nachricht über den Namen „Caitlin“ und dessen semantische Beziehung zu „Kacken.“ Später fanden wir heraus, dass er diese Nachricht an die ersten 200 Caitlins gesendet hat, die er über unsere Suche fand.

Rumpus: Das ist abgefahren!

Mitarbeiterin: Ernsthaft, einfach so, ohne einen Grund, versendete er etwa drei Wochen lang jeden Tag 20 Nachrichten.

Rumpus: Und was war das Bizarrste?

Mitarbeiterin: Ich habe einen Fakeaccount gefunden, der Informationen und Profilbild von dem Bruder eines sehr guten Freundes geklaut hat. Wir haben uns dann das Profil von dem Typen angesehen, der den Fakeaccount erstellt hat, aber er war ihm total unbekannt. Es war wohl so, dass er eine Freundschaftseinladung von ihm erhalten hat und diese leider annahm. Daraufhin wurden alle Informationen und Bilder geklaut und dieser Fakeaccount erstellt. Damit schrieb er dann auf die Seiten von anderen Nutzern, versendete Nachrichten und kommunizierte sogar vom Fakeprofil mit dem eigenen. Wir haben herausgefunden, dass der Typ über 15 Fakeaccounts hatte. Allesamt zusammengeklaut und scheinbar nur dazu da, mit seinem eigenen Profil in Verbindung zu treten und so als cool zu erscheinen.

Rumpus: Das ist wirklich ein trauriges Verhalten.

Mitarbeiterin: Ja. Das ist das Bizarrste was ich so behalten habe. Diese beiden Beispiele haben mich dazu gebracht zu fragen: „Was zur Hölle geht hier eigentlich vor sich?“

Rumpus: Erzähl mir etwas über die Entwickler.

Mitarbeiterin: Das sind ulkige Typen, aber verdammt clever. Da ist zum Beispiel dieser Typ, der im Alleingang den gesamten Code neu schreibt. Unsere Seite ist zu 90% in PHP geschrieben. Auch das Frontend, einfach alles was du siehst ist PHP. Und dieser Typ entwickelt gerade HPHP, Hyper-PHP, was bedeutet, dass er die gesamte Programmiersprache neu schreibt.
Es gibt Unterschiede zwischen gescripteten Sprachen und kompilierten Programmiersprachen. PHP ist beispielsweise gescriptet. Der Computer oder Browser liest das Programm wie einen Text von Oben nach Unten und führt es in dieser Reihenfolge aus. Also auf nichts, was du im unteren Teil beschreibst, kann im oberen Teil der Webseite Bezug genommen werden. Aber mit einer kompilierten Programmiersprache ist das Programm in einer ausführbaren Datei (z.B. *.exe) enthalten. Es besteht aus vielen kleinen Teilen und wird nicht in der Reihenfolge Anfang-Ende ausgeführt. Deshalb sind kompilierte Dateien um einiges schneller.
Dieser Entwickler übersetzt nun also ganz allein Facebook von einer gescripteten Sprache (PHP) in eine kompilierte. Wie auch immer, wenn du nun hingehst und mit ihm über Basketball reden willst, erlebst du wahrscheinlich die schwerfälligste Unterhaltung deines Lebens. Du kannst mit diesen Leuten einfach keinen Smalltalk führen. Wenn du mit ihm über etwas reden willst, dann rede über Graphentheorie. Davon hat er Ahnung, darüber kannst du sprechen. Und es gibt ne Menge Typen wie ihn, aber hey, sie leisten gute Arbeit.

Rumpus: Was wäre der Effekt, wenn Facebook mit Hyper-PHP läuft?

Mitarbeiterin: Wir würden die CPU-Auslastung auf unseren Servern um 80% reduzieren. Die User würden die Seite noch schneller erleben und mit einem Fünftel der bisherigen Ladezeit surfen.

Rumpus: Wann kommt das raus?

Mitarbeiterin: Wenn es fertig ist! Idealerweise in den nächsten paar Monaten.

Rumpus: Wo kommen diese Nerds überhaupt her?

Mitarbeiterin: Ich würde sagen 70% der Facebook-Entwickler kommen von Harvard und Stanford.

Rumpus: Wow. Ich weiß, dass Zuckerberg an die Harvard ging, was ist die Verbindung zu Stanford? Ich meine, welche außer der über Palo Alto.

Mitarbeiterin: Ich glaube es gibt keinen Zweifel daran, dass Stanford die beste Informatik-Fakultät der Welt hat.

Rumpus: Stanford-Absolventen gründeten Silicon Valley.

Mitarbeiterin: Das taten sie.

Rumpus: Wie hat der kürzliche Umzug das Unternehmen beeinflusst?

Mitarbeiterin: Facebook ist kürzlich in den Stanford Research Park gezogen, das ist dort, wo HP früher begonnen hat. Zuvor hatten wir sieben oder acht Büros in der Innenstadt.

Rumpus: Hat sich nach dem Umzug die Atmosphäre in der Firma geändert?

Mitarbeiterin: Es war sehr nett nun endlich mal alle in einem Büro zu haben. Zuvor waren alle Meetings sehr umständlich für die meisten Leute. Ich meine, die Entwicklungsabteilung war in drei Büros geteilt. Das war sehr ärgerlich. Jetzt gibt es mehr Kommunikation und Zusammenhalt, es fühlt sich einfach auch besser an. Es ist alles sehr, sehr freundlich! Ich denke das Beste an der neuen Umgebung ist das gegenseitige Vertrauen. Es interessiert niemanden, was, wo, wie, wann und wie lang, solange du dein Zeug erledigt bekommst. Wenn du in einer Bar arbeiten willst, im Park, auf dem Dach, es ist total egal, mach einfach nur deinen Job! Nur deshalb war es möglich die Arbeit stehen zu lassen und auf zwei große Bier zu dir zu kommen. Aber das geht halt, da ich weiß, ich werde gleich zurück ins Büro gehen und meine Arbeit erledigen und vielleicht sitze ich da dann noch bis zehn oder elf heute Nacht.

Rumpus: Tut mir leid, dass wir so viel Bier getrunken haben.

Mitarbeiterin: Das ist Teil der Absprache. Wir dürfen das und müssen uns dafür nicht rechtfertigen. Wir können unser Privatleben an die erste Stelle setzen, solange wir unsere Arbeit erledigen.

Text by The Rumpus, Translation by www.elcario.de

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