McKinsey und das Online Marketing

von elcario am 26. Februar 2012

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Am Freitag durfte ich den Online Marketing Rockstars (ausführliches Recap auf SEO-News) beiwohnen. Einer der meistdiskutierten Vorträge nannte sich „Inside-Out: Wie KcKinsey Online Marketing sieht“ und wurde von Dr. Lars Köster gehalten. Auf diesen möchte ich einmal näher eingehen.

Online Marketing Rockstars McKinsey und das Online Marketing

Online Marketing Rockstars

Nach einem kurzen Intro über das „stark wachsende Feld“ Online Marketing und die damit verbundenen Chancen und Risiken, gliederte Dr. Köster seinen Vortrag in fünf grobe Beratungsschwerpunkte, die McKinsey im Online Marketing sieht:

1. Geschäftsmodell
Köster wies darauf hin, dass häufig erst einmal der Blick auf das Geschäftsmodell des Unternehmens gerichtet werden muss. Gerade in der heutigen Zeit „bedrohen“ Online-Businesses immer stärker klassische Unternehmen in deren Existenz, vor allem wenn sich diese allein über eine Zugangstechnologie definieren. Als Beispiel hielt hier WhatsApp her, eine App für mobile Geräte, die die Milliardengewinne der Telekommunikationsanbieter durch „SMS“ per VOIP gefährdet.

2. Kundendaten
Im zweiten Bereich werden die Chancen und Risiken von Unternehmen hinsichtlich ihrer Kundendaten – (auch) in der Online Wirtschaft von unschätzbarem Wert – beurteilt. Dabei ist vor allem bei den gängigen Joint-Ventures auf dieses stille Kapital zu achten, welches nach Ende der Partnerschaft häufig verloren geht oder wegen rechtlicher Unklarheiten unberührt bleibt.

3. Go-to-Market
Weiterhin betätigt sich McKinsey im Media-Mix-Modelling, bei dem eine Menge Research betrieben wird, um über die Analyse von Kanälen die Kaufentscheidung abzubilden, die richtigen Zielgruppen und Strategien zu finden. Auch Workshops im C-Level und ganzheitliche Social Media Konzepte sind ein Bestandteil der Beratung.

4. Preispolitik
Durch das Internet hat sich vor allem in diesem Bereich viel getan. Produkte und Dienstleistungen sind inzwischen extrem vergleichbar geworden und es muss geschaut werden, wie Wettbewerbsvorteile behalten oder zurückgewonnen werden können. Hier musste ich spontan an Metro (Media Markt u. Saturn) denken, die viele Geräte unter eigenständigen Seriennummern vertreiben, um sich dem Online-Preisvergleich zu ein Stück weit entziehen. Auch die Senkung von Produktions-, Lager- und Verwaltungskosten spielt für McKinsey an dieser Stelle eine große Rolle.

5. Online Marketing Organisation
In diesem Bereich nähert sich McKinsey am ehesten noch den klassischen OM-Agenturen an. Dabei stehen vor allem die Unternehmensorganisation und die dazugehörigen Prozesse auf dem Prüfstand. Im „Capability Center für digitales Marketing“ wird den Kunden „golfplatztauglich“ beigebracht, wie das Online Business funktioniert. Die Teilnehmer dürfen in verschiedene Rollen des Weinshops www.vinoya.de schlüpfen und in kleinen Dosen „online lernen“. Dabei, so heißt es: „wird auch schon mal getwittert“.

Was lernen wir aus McKinseys Online Marketing Verständnis?

Zum Einen ist zu sehen, dass McKinsey den Spagat zwischen Strategieberatung und operativen Inhalten versucht, sich aber ganz klar abgrenzt, wenn es auf die Detailebene geht. Zum Anderen ist zu sehen, dass die Zielgruppe C-Level klar gesteckt ist und sich hauptsächlich an klassische (Offline-) Unternehmen gewandt wird, bei denen Online-Wissen einfach noch nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist und Hilfe mit dem Medium Internet dringend nötig.

Der Vortrag hat leider auch sehr viel negatives Feedback über Twitter bekommen, welches ich so gar nicht teilen kann. Ich weiß nicht, ob Neid, Missgunst oder die Angst, dass „jemand von den Großen kommt und mir mein Spielzeug wegnimmt“ dabei der ausschlaggebende Punkt gewesen ist. Zwar war der Vortrag in Sachen Online Marketing Content etwas dünn, aber was habt ihr von einer Strategieberatung erwartet?

Ich sehe im Engagement McKinseys nur Chancen, denn wenn weitere Unternehmen Online entdecken, muss es immer jemanden geben, der von der operativen Arbeit Ahnung hat und den Firmen dabei hilft. Zwar gibt es zwischen den klassischen Online-Agenturen und McKinsey Schnittpunkte, aber die können allenfalls hilfreich sein. Wenn sich McKinsey für Kunde XYZ eine neue Unternehmensstruktur ausdenkt und das “Innovation-Center Online Marketing“ (ein Kreuz fürs Bullshitbingo) schafft, werden sie immer noch jemanden benötigen, der den armen Tröpfen in dieser Abteilung dann auch erklärt, wie man zu den Zielen kommt, die McKinsey in den Plan geschrieben hat.

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Über den Autor: Sebastian Cario

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  • http://www.vereinshoster.de/ Stefan Rudolph

     Hallo Elcario, auch mich hat der Vortrag überzeugt, es gibt noch genug nicht internetaffine Geschäftsleute da draussen, denen das Internetbusiness nur vernünftig erklärt werden muss, die fangen dann damit an und stellen Fachleute ein, die das dann weiter beackern, oder engagieren Agenturen, was kann denn besser sein?

  • http://www.elcario.de elcario

    Hallo Stefan,

    ja, das sehe ich genauso. Auch wenn es selbstverständlich erst einmal albern erscheint für einen Tagessatz von >2k mit C-Levels zu twittern, ist es dennoch wichtige Aufbauarbeit.

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