Das Folgende könnte für jede Web2.0 Seite gelten, auf der das “oben steht”, was die User hochgevotet haben und es deshalb leicht ist, eine generelle Awareness zu erzeugen. Sogar bei Facebook und Myspace, aber viel, viel heftiger bei Twitter, Mixx oder Propeller.
Social News ertrinken im Spam
Hier soll es aber um die besonderen Opfer von Spam und Manipulation gehen. Dies sind vor allem die Social News Seiten wie Digg, Reddit, StumbleUpon und die deutschen Copycats Yigg, Webnews und Shortnews. Auf den ersten Blick fragen sich unbedarfte Nutzer sicher, warum gerade diese, auf den Uservote ausgelegten Seiten, besonders unter Spam leiden. In den deutschen Netzwerken werden sicher mehr als 80% aller Startseiteneinträge von SEO/SMO Artikeln und Aktionen beherrscht, zeitweise scheint es sogar so, als spielten dort nur noch die SEOs gegeneinander um die beste Position, echte User gibt es aber kaum noch. Und wo keine User sind, da ist auch kein Traffic. Die deutschen Social News Seiten kann man somit eigentlich getrost vergessen. Ob es an unserem Votingspam lag und liegt, wage ich aber fast zu bezweifeln. Es scheint auch einfach keine Votingkultur bei uns zu geben.
Zerstört Spam Digg und Co?
Anders ist es in den USA und im gesamten englischen Sprachraum. Eine Startseitenplatzierung bei Digg, Reddit oder StumbleUpon kann ganz leicht zehntausende Zugriffe generieren und bei gutem Content auch für vierstellige Backlinks sorgen. Und die Aussicht auf diese Startseitenposition lässt viele SMOs und SEOs zu Mitteln greifen, die zwar legal sind, aber dem Netzwerk sicher nicht gut tun.
Loser finden und bashen
Ein beliebter Trick um guten Content abzugreifen ist es, sich neue User ohne Freunde und Reputation zu suchen, die durchaus guten Content aus eigenen Quellen liefern. Dann wird einfach der Content geklaut und unter neuer Adresse nochmals eingereicht. Mit Hilfe des Netzwerks wird der Beitrag dann hochgevotet, der Loseruser merkt meist nicht einmal was davon. Aber wird er jemals wieder kommen? Stellt Euch vor ihr schreibt gute Artikel, denkt Euch immer witzige Dinge aus, steckt Stunden in die Arbeit und am Ende schafft ihr es auf 20 Diggs, während einfach jemand kommt und Euch alles klaut, um damit dann auch noch die Charts zu stürmen. Dieser, für das Netzwerk eigentlich sehr wertvolle User ist für immer verloren, schade drum! Das selbe Spiel findet auch auf Reddit statt, mit der zusätzlichen Problematik, dort auf sehr mächtige Moderatoren zu treffen, die in vielen Fällen nicht uneigennützig arbeiten.
Wenn wir diktieren, was erfolgreich ist, zerstören wir die Ökonomie
Es ist zurzeit so, dass etwa 60% aller Topstories auf Digg von den selben 100 Webseiten stammen. Dies scheint mir ein absolutes Alarmsignal zu sein, dass auch Digg kurz davor steht, zum reinen Eldorado für SMOs zu verkommen und dem normalen User nicht mehr den Funken einer Chance einräumt. Der Punkt ist einfach, dass es bei Digg geschafft wurde, ein scheinbar organisches Netzwerk gezielt manipulieren zu können. Solange das nur von einigen wenigen Top-SMOs gemacht wird, gibt es wenige Probleme. Wenn aber – wie bereits geschehen – das “Gaming” überhand nimmt, klaut man dem normalen User die Idee und die Grundlage des Netzwerks. Und wenn irgendwann keine normalen User – die für unsere Klicks und Votes essenziell sind – mehr die Seite betreten, ist sie tot. So tot wie Yigg schon immer war.
Maßvolles umgehen mit unseren Ressourcen
Nicht nur die Social News Seiten leiden unter Manipulation, welche in diesem Ausmaß nichts weiter als Spam ist! Auch Social Bookmarks werden von uns dank der entsprechenden Software überflutet. Ist ein Portal erst mal gesprengt, sind alle Links und alle Arbeit verloren, der Maßlosigkeit sei Dank. Wenn wir immer ohne Rücksicht auf Verluste losschlagen, werden wir uns über kurz oder lang die eigene, wichtige Infrastruktur zerstören und am Ende dann doch wieder mit fast leeren Händen dastehen, bis wir ein neues Spielzeug gefunden haben… Ich möchte hier nicht nörgeln, nur hinweisen und warnen. Letztendlich sollte sich jeder bewusst sein, dass zu viel des Guten immer schlecht ist. Wir sitzen alle auf dem selben Ast, oder so.
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